wrapper

Breaking News

Der Internationale Währungsfonds (IWF) teilte am Mittwoch mit, dass die Quoten und Stimmrechte seiner Mitgliedsländer verändert werden. Er hat damit die bereits 2010 geplante Reform umgesetzt, wonach besonders die Schwellen- und Entwicklungsländer mehr Einfluss erhalten. Nach Quoten und Stimmrecht befinden sich nun alle vier der BRIC-Staaten in den Top zehn der 188 IWF-Mitgliedsländer.

Die Quotenregelung legt vor allem die Beiträge der Mitglieder zum Währungsfonds fest. Durch die Reform hat dieser sein Budget nun von rund 329 Mrd. USD auf rund 657 Mrd. USD fast verdoppelt. Den größten Anteil an den Quoten und natürlich auch den Stimmrechten haben die USA. Sie tragen rund 58 Mrd. USD zum Budget bei und üben dadurch natürlich auch den größten Einfluss aus und besitzen als einziges Mitgliedsland ein Vetorecht.

 

Aufsteiger BRIC

Den größten Zuwachs der 188 Mitglieder kann dabei China verzeichnen, das somit von Platz 6 auf Platz 3 der größten Mitgliedsstaaten vorrückt. Das Stimmrecht der mittlerweile zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt steigt um 2,27% von 3,80% auf 6,07%.

Darauf folgend können auch Brasilien mit 0,50% und Indien mit 0,29% stark zulegen. Indien ist nun mit 2,63% auf Platz 8 und Brasilien mit 2,22% auf Platz 10 vorgerückt. Sie verdrängen Kanada und Saudi Arabien, das mit einem Minus von 0,79% den größten Stimmenanteil verliert. Um einen Platz steigt auch Russland mit 0,20% auf 2,59% Stimmanteil von 10 auf 9 auf.

Stimmenanteile abgeben müssen dagegen fast alle Industriestaaten, darunter auch die USA und Japan die jedoch auf Platz 1 und 2 der größten Mitgliedsstaaten verbleiben. Nach Belgien mit 0,56% verzeichnet Deutschland mit 0,50% die zweitgrößte Einbuße der Industriestaaten bei den Stimmrechtsanteilen. Aber auch die anderen in den Top-Ten befindlichen Industriestaaten wie Frankreich, Großbritannien und Italien müssen Prozente abgeben.

 

Vetorecht für Schwellenländer

Insgesamt steigt der Stimmrechtsanteil der Schwellen- und Entwicklungsländer von 42,1% auf 44,7% an. Der Anteil der Entwicklungsländer beläuft sich nun auf 37%. Während die asiatischen Staaten, vor allem durch China, insgesamt ihre Stimmrechte von 12,8% auf 16,1% steigern können, verlieren die Mitgliedstaaten in Afrika Stimmenanteile von 0,6% und verfügen nur noch über 5,6% der Stimmen. Dafür sind besonders Südafrika (- 0,14%) und Nigeria (- 0,21%) verantwortlich.

Bisher wurde eine größere Einflussnahme der Schwellenländer durch die USA verhindert. Das Stimmrecht für Brasilien, Russland, Indien und China nimmt auch nach der Reform nur gering von rund 10,24% auf rund 13,51% zu. Um bei wichtigen Beschlüssen ein Veto einlegen zu können werden aber mindestens 15% der Stimmen benötigt.

Die 13,51% reichen jedoch aus, um zusammen mit anderen Schwellenländern wie Indonesien (+ 0,1%), dem Iran (+ 0,11%), Mexiko (+ 0,33% auf 1,8%) oder der Türkei (+ 0,35%) vom Vetorecht Gebrauch zu machen.

 

Mit Material des Internationalen Währungsfonds

Quelle zur Reform von 2010: http://www.imf.org/external/np/pp/eng/2010/103110.pdf

Anzeige