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Russland und das OPEC-Führungsland Saudi-Arabien haben bekannt gegeben, dass es im September neue Verhandlungen bezüglich der Ölförderung geben soll. Beide Staaten zeigen sich damit bereit erneut über eine Deckelung der Förderung zur Stabilisierung des Ölpreises zu sprechen.

Frühere Verhandlungen wie zuletzt im Juni waren bisher gescheitert, da sich beide Staaten in einem Wettbewerb um Marktanteile befinden und ihre Förderung auf einem hohen Niveau halten. Das somit, auch auf Grund einer schwächeren Nachfrage, weiter bestehende Überangebot verhindert eine schnelle Erholung des Preises.


Dringend notwendige Preissteigerung

Der Ölpreis reagierte seit Anfang August mit einem erneuten Anstieg. Mittlerweile haben die Preise für die wichtigsten Sorten Brent und WTI nach einem kurzen Anstieg im Juni wieder das Niveau von rund 50 USD je Barrel erreicht. Der Ölpreis war seit 2014 steil gefallen und notierte zwischenzeitlich auf einem ein Tief bei 28 USD.

Die erdölproduzierenden Länder, darunter auch die Mitgliedsstaaten der OPEC, verbuchen seit dem Preisverfall niedrigere Einnahmen. Staatseinnahmen von Staaten wie Nigeria, Russland und Venezuela hängen zum Großteil von den Erdölexporten ab. Diese Förderländer sind durch die geringeren Einnahmen in Wirtschaftskrisen geraten und müssen ihre Staatshaushalte durch Reserven stützen.


Große Privatisierungspläne

Russland und Saudi-Arabien haben zur Stabilisierung der Einnahmen Privatisierungsprogramme aufgelegt. Russland plant vor allem einen Anteil an seinem größten Förderer Rosneft Oil Company OJSC (ISIN: RU000A0J2Q06) zu verkaufen. 19,5% sollen umgerechnet rund 9,7 Mrd. EUR einbringen. Der Verkauf der Mehrheit am seit 2014 erneut unter staatlicher Kontrolle stehenden Konzern Bashneft OJSC (ISIN: RU0007976957) wurde kürzlich verschoben. Insgesamt plant Russland den Verkauf von Eigentum im Wert von 1 Bio. RUB.

Saudi-Arabien plant ebenfalls ein Privatisierungsprogramm. Im derzeit andauernden Kampf um die Marktanteile hat das Land davon einige einbüßen müssen. 2015 wurde man vom neuen Hauptkonkurrenten USA zum drittgrößten Produzenten degradiert. Die Einnahmen aus dem Export gingen stark zurück woraufhin das Königshaus die Ausgaben im Staatshaushalt kürzen musste.

Die Monarchie will sich in den nächsten 20 Jahren nun fast vollständig vom Erdöl unabhängig machen. Der neue Staatsfonds PIF soll in neue Wirtschaftszweige im In- und Ausland investieren. Ein Anteil von 5% des weltgrößten Ölförderers und saudischen Staatskonzerns Saudi Aramco soll zu diesem Zweck privatisiert werden. Aus den Einnahmen und den restlichen Anteilen Aramcos sowie anderer Staatskonzerne soll der neue Staatsfonds gespeist werden. Er soll unter anderem die Diversifikation der Wirtschaft in Bereiche wie Gesundheit, IT und Tourismus finanzieren.

 

 Ölpreis - Rohöl Sorte Brent in USD


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Erhoffte Wertsteigerung

Eine Einigung im September über eine Deckelung der Fördermenge könnte den Ölpreis deutlich nach oben treiben. Die Ölkonzerne könnten bei ihrer Privatisierung somit besser bewertet werden. Derzeit verhindern der niedrige Ölpreis sowie die zurückgefahrenen Investitionen der Ölkonzerne einen profitablen Verkauf der Anteile.

Mit Material von Handelsblatt

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