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Laut aktueller Studien beträgt das jährliche Onshore-Potenzial der Windkraft in Brasilien rund 300 GW. Das ist mehr als das das Vierfache dessen, was das Land derzeit im Jahresmittel insgesamt an Strom produziert. Bei diesen Aussichten verwundert es nicht, dass die Windkraft-Kapazitäten in den letzten Jahren deutlich ausgebaut wurden.

Zwar entfallen in Brasilien noch immer gut 70 Prozent der Stromproduktion auf Wasserkraftwerke und nur rund 3 Prozent (3,4 GW / Stand 12.2013) auf Windkraftanlagen, doch sind die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der Windenergie im größten südamerikanischen Land äußerst günstig.

Ausbau von Windkraft wird forciert

brasilien marktstudie windenergieAllen voran ist es das spezifische Ausschreibungs-Prozedere des Energieministeriums, das den Ausbau stark begünstigt: In Brasilien erhält nämlich der Bieter den Zuschlag, der den niedrigsten Strompreis garantieren kann. Und hier hat sich in letzter Zeit gezeigt, dass Windparkbetreiber immer häufiger das Gros der ausgeschriebenen Projekte für sich sichern können.

Wasserkraftwerke tragen bisher den Großteil der Stromversorgung. Doch trifft man beim Ausbau mittlerweile auf Grenzen: Zum einen wird es immer schwieriger, geeignete Standorte für große Stauseen zu finden. Zum anderen hat das zunehmende Bewusstsein für die Umweltprobleme, die im Zusammenhang mit dem Bau von großen Staudämmen entstehen, alternative Wege der Stromerzeugung in den Fokus gerufen. Vor allem eben die günstige Windkraft.

Der brasilianische Windenergie-Markt gehört somit ganz sicher zu den attraktivsten weltweit. Schon jetzt rangiert er in Sachen Wachstum hinter China und Deutschland auf Platz drei. Und auch in den kommenden Jahren ist weiterhin mit einem starken Wachstum zu rechnen. Denn Brasilien braucht aufgrund der wachsenden Wirtschaft und dem damit verbundenen Entwicklungen immer mehr Strom.

Beste Voraussetzungen: 8.000 Kilometer Küste und konstanter Wind

Brasilien verzeichnete in den letzten Jahren einen ansteigenden Boom beim Ausbau der Windkraft. Von 2008 bis 2013 konnte die installierte Kapazität verzehnfacht werden. Und das Jahr 2014 verspricht ebenfalls ein Rekordjahr zu werden: Im ersten Halbjahr wurden bereits 1,3 GW neu installiert.

 
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Das ist zur Halbzeit schon mehr Zuwachs, als im gesamten Jahr 2013. Und auch für die kommenden Jahre ist zu erwarten, dass der Ausbau weiterhin in großen Schritten voranschreitet. In den nächsten sieben Jahren soll die Branche jährlich um 2 GW wachsen (Quelle: Market Study: Wind Energy in Brazil - März 2014 - Ministry of Economic Affairs in the Netherlands).

Bis zum Jahr 2022 könnte dann der Anteil an der gesamten Stromerzeugung bereits 10 Prozent oder mehr betragen. Im Vergleich zu anderen Quellen der Stromerzeugung würde Windkraft somit in punkto Wachstum zum Spitzenreiter in Brasilien aufsteigen.

Das alles ist bei genauerer Analyse nicht weiter überraschend: Brasilien verfügt nämlich immerhin über 8.000 km Küste. Hinzu kommen die konstanten Windverhältnisse, die aus den Windkraftanlagen rund 50 Prozent der Maximalkapazität herausholen. In Deutschland sind es gerade einmal rund 25 Prozent der Maximalkapazität.

Die zahlreichen Windparks befinden sich dabei primär im Nordosten Brasiliens, einige sind aber auch im Süden  des Landes zu finden. Die geografische Fokussierung auf den Nordosten des Landes wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern: So sollen 73,5 Prozent der geplanten Projekte bis 2018 im Nordosten und dem gegenüber nur 22,4 Prozent im Süden entstehen.

Gamesa, GE, Xinjiang Goldwind, Alstom, Vestas & Co. kämpfen um Marktanteile

Die immensen Wachstumsaussichten haben natürlich auch die Global Player der Branche auf den Plan gerufen. Mit Gamesa, IMPSA, Alstom, Acciona, GE, Vestas, Suzlon und Xinjiang Goldwind sind so ziemlich alle Turbinen-Hersteller von Rang und Namen in Brasilien aktiv. Mit Siemens und Enercon haben sich auch zwei deutsche Unternehmen im brasilianischen Windenergie-Markt positioniert.

Damit nicht nur ausländische Konzerne, sondern auch die heimische Industrie von dem Boom profitiert, hat die brasilianische Regierung Auflagen für die internationalen Unternehmen geschaffen. So muss ein festgeschriebener Anteil der Bauteile in Brasilien hergestellt werden. Ausländische Hersteller müssen somit entweder mit heimischen Zulieferern zusammenarbeiten oder aber eigene Werke im Land bauen.

Welche Konsequenzen aus dieser Vorgabe resultieren, zeigte zuletzt der verloren gegangene Großauftrag von Vestas. Der dänische Windkraftanlagen-Hersteller konnte die Anforderungen der lokalen Wertschöpfung nicht erfüllen und musste einen 254 MW-Auftrag mit dem brasilianischen Energieversorger und Windparkbetreiber CPFL Renováveis (ISIN: BRCPREACNOR5) stornieren. Gamesa indessen freute sich und schnappte sich den vakanten Auftrag.

Heimischer Hersteller WEG will mitmischen

Mit der WEG Equipamentos Elétricos S.A. (ISIN: BRWEGEACNOR0) versucht auch ein einheimischer Turbinen-Hersteller den Großen der Branche ein Stück vom Kuchen wegzufischen.

Dabei ist WEG wie GE und Siemens kein reiner Windanlagen-Hersteller. Vielmehr handelt es sich um den größten Hersteller von Elektromotoren in Lateinamerika. Und nach mehr als 50jähriger Geschäftstätigkeit ist der Konzern inzwischen auch weltweit einer der führenden Player in der Sparte.

Ganz klar, WEG will das große wirtschaftliche Potenzial, das in der heimischen Windkraft liegt, natürlich ebenfalls für das eigene Wachstum nutzen. Um das zu erreichen, hat das Unternehmen unter anderem ein Joint Venture mit dem spanischen Turbinen-Hersteller MTorres Olvega Industrial (MTOI) gegründet. Darüber hinaus ist man eine strategische Partnerschaft mit dem US-Hersteller Northern Power Systems Corp. eingegangen.

 

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Die Aktie von WEG hat seit Anfang 2011 ebenfalls konstante Windverhältnisse. Und zwar steilen Aufwind. Sie legte seither um über 78 Prozent zu. Allein seit Februar letzten Jahres ging es dabei um knapp +43 aufwärts. Verwundern tut dies nicht, denn seit Jahren schon steigert der Konzern Jahr für Jahr den Umsatz und Gewinn.

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