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In den Jahren von 2004 bis 2008 erlebte der südafrikanische Bausektor im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 einen ungeheuerlichen Boom.

In der  Folge brachte dieser viele neue Unternehmen hervor, was den Wettbewerb innerhalb der Branche im Weiteren deutlich verstärkte. In der Hochphase der Vorbereitungen zur WM waren rund 470.000 Menschen im Baugewerbe beschäftigt. Allerdings verloren viele Südafrikaner nach Abschluss der diversen Bauprojekte gleich wieder ihren Job. Denn mit dem näher rückenden Großereignis fand – zusätzlich angefacht durch die Finanzkrise – ab 2009 bereits eine merkliche Abschwächung, insbesondere beim Industriebau statt. 2010 folgte dann der massive Einbruch: Um 36 Prozent rauschte der Branchenumsatz im Jahr der WM in den Keller.

Positive Indikatoren für ein nachhaltiges Wachstum

Die südafrikanischen Unternehmen aus dem Baugewerbe gelten gemeinhin als sehr wettbewerbsfähig, und das auch im internationalen Vergleich. So dominieren große heimische Baukonzerne wie Murray & Roberts, Wilson Bayly Holmes-Ovcon (WBHO), Group Five oder Basil Read den südafrikanischen Markt. Ausländische Unternehmen tun sich in Südafrika eher schwer.

Aufgrund der letzten flauen Jahre, waren Südafrikas Bau-Unternehmen jedoch gezwungen, sich auch außerhalb der Heimat neue Märkte zu erschließen. Basil Read z.B. gibt an, bereits 40 Prozent des Gesamtumsatzes in anderen afrikanischen Ländern zu erwirtschaften. Vor allem die prosperierende Subsahara-Region ist hierbei ein lukratives Ziel für die Expansionspläne von Unternehmen.

Die dunklen Wolken scheinen sich jedoch mehr und mehr aufzulösen. Seit 2011 ist bereits eine leichte Erholung der südafrikanischen Bauwirtschaft zu beobachten. Im letzten Jahr hat der Aufwärtstrend weiter an Fahrt aufgenommen. Ein deutlicher Zuwachs bei den Baugenehmigungen ist sichtbares Anzeichen dafür. Ein weiterer Indikator für die Fortsetzung des positiven Trends ist anhand des FNB Building Confidence Index abzulesen. Dieser spiegelt die Stimmungslage innerhalb der Bauindustrie wider. Im vierten Quartal 2013 lag der Index mit 48 Punkten deutlich über dem des Vorjahres (2012: 32 Punkte).


Urbanisierung und Infrastrukturprogramme bringen gute Perspektiven

Das langsam wiederkehrende Wachstum im Bausektor ist vor allem auch auf die fortschreitende Urbanisierung im Land zurückzuführen. Gerade in den großen Städten wie Kapstadt, Pretoria oder Johannesburg steigt die Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum. Schätzungen zufolge könnten bis 2040 allein in der Region Pretoria-Johannesburg rund 10 Mio. mehr Menschen leben als heute.

Es überrascht daher nicht sonderlich, dass gerade der Markt für Apartments und Townhouses zuletzt am stärksten gewachsen ist. In den Städten wird dabei vermehrt auf Verdichtung und Umwandlung gesetzt: Soll heißen, dass hier zum einen der mehrstöckige Wohnungsbau und zum anderen der Umbau von Büroräumen zu Wohnräumen forciert wird.

Neben dem Ausbau des Wohnraums zeigt sich gleichzeitig ein Anstieg der Bauvorhaben von gewerblichen Immobilien im Premiumsektor. Beispielsweise bauen internationale Konzerne wie Ernst&Young in angesagten Stadtteilen repräsentative Unternehmenszentralen. Darüber hinaus werden laut South African Council of Shopping Center (S.A.C.S.C.) in den kommenden drei Jahren große Shopping Malls wie Pilze aus der Erde schießen: Rund 60 Einkaufszentren – ca. Zweidrittel mit einer Fläche von mehr als 30.000 qm – sollen in dieser Zeit ihre Pforten für Südafrikas Konsumenten öffnen.

Aber nicht nur diese positiven Entwicklungen in den Städten bieten dem Bausektor letztendlich erfreuliche Aussichten: Es sind ganz sicher auch die eingeplanten Investitionen seitens der Regierung für die Infrastruktur – d.h. für den Bau und Ausbau von Straßen und Schienen, Bahnhöfen, Häfen und Flughäfen sowie für das Wasserversorgungs-, Telekommunikations- und Elektrizitätsnetz, die zu einer fortführenden Belebung des Bausektors beitragen werden. Bis 2016 sind hierfür immerhin über 825 Mrd. ZAR (56,85 Mrd. EUR) vorgesehen. Die Projekt-Pipeline bis 2030 beinhaltet derzeit ein Volumen von 4 Bio. ZAR (275 Mrd. EUR).

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