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In Südafrika scheint das Bündnis aus der Regierungspartei ANC, der kommunistischen Partei SACP und dem Gewerkschaftsbund COSATU weiter an Stärke zu verlieren.

Im Gewerkschaftsbund haben am Montag sieben der 21 Mitgliedsgewerkschaften ihr Mandat im Zentralkomitee niedergelegt. Dies ist die Reaktion auf den am Freitag beschlossenen Ausschluss der Metallgewerkschaft NUMSA aus dem Bund.


Interne Machtkämpfe

Vorangegangen war dem Ausschluss ein Machtkampf innerhalb des COSATU. Die NUMSA hatte sich in den jahrelangen Kämpfen, die innerhalb des Bundes toben, zuletzt mehr und mehr gegen den ANC gerichtet. Der Regierung wird durch die liberaler gewordene Politik und der ausufernden Korruption immer mehr Entfernung zu den einstigen Idealen des revolutionären Kampfes gegen die Apartheid und der Arbeiterschicht vorgeworfen.

Der ANC konnte sich jedoch eine Mehrheit von 33 zu 24 Stimmen im Gewerkschaftsbund sichern und einen Ausschluss der NUMSA erwirken. Zwar wollen die Gewerkschaften, die ihr Mandat niederlegten einen Sonderkongress einberufen und die NUMSA wieder in den Bund zurückholen, doch damit wird die Gewerkschaft kaum gerettet sein. Der Einfluss sank bereits, obwohl sie die größte Einzelgewerkschaft ist, als im letzten Jahr der von ihr unterstützte Generalsekretär des Bundes seinen Posten verlor.


Zweischneidiges Schwert

Für Südafrika ist ein zerstrittener Gewerkschaftsbund ein zweischneidiges Schwert. Verliert der COSATU an linksgerichtetem Einfluss, könnte eine liberalere Politik möglich sein, die die Wirtschaft des Landes wieder antreibt. Doch die Macht der einzelnen Gewerkschaften droht das Land auch weiterhin in Arbeiterstreiks versinken zu lassen. Wehe, wenn es dann noch zum Konkurrenzkampf um die Härte der Streiks kommt.

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