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Die EU-Kommission hat gegen den südafrikanischen Arzneimittelkonzern Aspen Pharmacare Holdings PLC (ISIN: ZAE000066692) Ermittlungen aufgenommen. Dies gab die EU-Wettbewerbskommissarin Vestager am Montag bekannt.

Das international tätige Pharmaunternehmen steht unter dem Verdacht, in mehreren EU-Staaten zu hohe Preise für wichtige Krebsmedikamente zu verlangen und diese durch Erpressung durchgesetzt zu haben. 

 

Missbrauch von marktbeherrschender Stellung auf Kosten von Patienten

Die EU-Kommission soll bei ihrer Untersuchung Hinweisen auf plötzliche Preiserhöhungen von bis zu mehreren hundert Prozent bei den fünf Wirkstoffen Busulfan, Chlorambucil, Melphalan, Mercaptopurin und Tioguanin nachgehen. Die Wirkstoffe wurden von Aspen Pharmacare nach Auslaufen des Patentschutzes von GlaxoSmithKline erworben. Bei einigen Darreichungsformen dieser Wirkstoffe ist das Unternehmen der einzige Anbieter.

Seine dadurch marktbeherrschende Stellung soll Aspen Pharmacare vorsätzlich ausgenutzt haben, indem es in einigen EU-Staaten mit der Rücknahme der Wirkstoffe vom Markt gedroht habe, wenn die Preiserhöhungen nicht akzeptiert würden. Viele Krebspatienten hätten dann auf Behandlungsoptionen verzichten müssen. Bei einigen der Medikamente kam es bereits zu Lieferengpässen. Die EU-Kommission untersucht auch hier mögliche Zusammenhänge.

In Italien hatte die Kartellbehörde im vergangenen Oktober bereits eine Geldstrafe in Höhe von 5 Mio. EUR gegen Aspen Pharmacare verhängt. Auch hier wurde gedroht, die Medikamente vom Markt zu nehmen, um Preiserhöhungen von bis zu 1.500 % durchzusetzen. Die Europäische Verbraucherorganisation (BEUC) hatte die EU-Kommission im Anschluss aufgefordert Untersuchungen aufzunehmen. Anklagen wegen denselben Praktiken erhielt Aspen Pharmacare auch in Australien, Brasilien, Frankreich, Großbritannien und Neuseeland.

Die Gesundheitsminister der EU-Staaten hatten Mitte 2016 bereits darauf hingewiesen, dass es immer mehr Fälle von Missbrauch der Marktstellung seitens der Pharmakonzerne gibt. Der Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten werde dabei durch überhöhte Preise oder die Rücknahme vom Markt erschwert. Auch sollen viele Arzneimittel aus strategischen Gründen gar nicht erst auf einigen Märkten eingeführt werden.

Medienberichten zufolge stehen die unlauteren Praktiken darüber hinaus im Zusammenhang mit dem Aktiekurs von Aspen Pharmacare. Dieser soll zwischen 2009 und 2016 um über 650 % angestiegen sein.

 

Aspen Pharmacare Holdings PLC

Aspen Pharmacare Holdings PLC
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