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Die südafrikanische Regierung gab am Dienstag bekannt, dass man mit einem Projekt zur Förderung von Erdgas durch das Fracking-Verfahren begonnen hat.

Südafrika will sich mit Hilfe des Frackings unabhängiger von den notwendigen Importen machen und die Energieversorgung stabilisieren. Die Technologie soll dazu beitragen die Energieversorgung des Landes während des Übergangs zwischen den fossilen Energierohstoffen und Erneuerbaren Energien zu gewährleisten.

Das Land verfügt über keine nennenswerten Vorkommen an Erdgas und Erdöl, die mit konventionellen Methoden gefördert werden können. Bisher wird 90% des Stroms aus der im Land gewonnen Kohle erzeugt. Die wenigen Kraftwerke des staatlichen Versorgers Eskom sind jedoch überaltert und können die Versorgung des Landes nicht mehr vollständig sicherstellen. Besonders die Wirtschaft leidet unter den ständigen Stromausfällen.

Schätzungen zufolge soll Südafrika mit 13,7 Bio. Kubikmetern jedoch über die größten Erdgasvorkommen des Kontinents verfügen. Die Hauptvorkommen liegen im Karoo-Becken, einem größtenteils trockenen Gebiet aus Sedimentablagerungen, das den Großteil der Fläche Südafrikas und ganz Lesothos umfasst. Der Bedarf des Landes wäre durch diese Vorkommen für mehrere hundert Jahre gedeckt.

Ein Großteil des Gases ist jedoch in Gesteinsschichten eingeschlossen und kann nur mittels der Hydrofracking-Methode, die seit den 1990ern auch für Öl- und Gasbohrung verwendet wird, gewonnen werden. Die Fracking-Methode wird in Südafrika bereits seit Jahrzehnten zur Steigerung der Fördermenge und zur Trinkwassergewinnung verwendet. 2011 verhängte die Regierung jedoch ein Frackingverbot bei der Erdgasförderung. Im darauffolgenden Jahr wurde es jedoch wegen der Schaffung von Arbeitsplätzen und der benötigten Versorgung mit Energierohstoffen wieder aufgehoben.

Bei dem neuen Fracking-Projekt kooperiert die Regierung mit einer Gruppe internationaler Unternehmen. Hierzu gehören Unternehmen wie die Royal Dutch Shell Group plc (ISIN: GB00B03MLX29), die zu Anglo American Plc (ISIN: GB00B1XZS820) gehörende Anglo Coal, die kanadische Falcon Oil &Gas Ltd. (ISIN: CA3060711015) sowie ein Konsortium aus Sasol Ltd. (ISIN: ZAE000006896), Statoil ASA (ISIN: NO0010096985) und Chesapeake Energy Corp. (ISIN: US1651671075).

Mit der Förderung soll bereits im nächsten Jahr begonnen werden. Der Ölkonzern Shell hat die Lizenz für den größten Teil des Gebiets erhalten und rechnet mit einem Fördervolumen von über 1,4 Bio. Kubikmeter.

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