wrapper

Breaking News

Der US-amerikanische Automobilhersteller Ford Motor Co. hat seine Investitionspläne für den Ausbau seiner Produktion in Mexiko zurückgezogen. Dieser Rückzug könnte ein frühes Warnsignal für den Standort Mexiko bedeuten. 

Kein vollständiger Rückzug

Für 1,6 Mrd. USD sollte ein neues Werk für die Herstellung von allen kleinen und mittelgroßen Wagen des Unternehmens entstehen. Mit der neuen Produktionsstätte, die ab 2018 in Betrieb gehen sollte, wollte der Konzern die gesamte Produktion aus den USA nach Mexiko verlagern um Kosten zu sparen.

Alternativ will Ford nun sein bestehendes Werk in Flat-Rock im US-Bundesstaat Michigan ausbauen. Dort sollen 700 Mio. USD in die Fertigung von elektrischen und selbstfahrenden Fahrzeugen investiert werden. Durch die Erweiterung entstehen 700 neue Arbeitsplätze. Die Investition in Flat-Rock ist Teil eines Investitionsprogramms in neue Technologien. Ford will bis 2020 seine Produktpalette ausbauen und dafür 4,5 Mrd. USD investieren.

In Mexiko soll jedoch weiterhin investiert werden. In einem bestehenden Werk in Hermosillo soll in Zukunft die neue Generation des Modells Focus produziert werden. Dieses war neben dem C-Max zuvor für den neuen Standort in San Luis Potosi vorgesehen.

 

"America First" als Einflussfaktor

Über den Rückzug von Fords Investitionsplänen wird nun spekuliert, ob dieser mit der Kritik des designierten US-Präsidenten Trump zu tun hat. Trump hatte mehrere US-Unternehmen wie Ford kritisiert, die einen Teil ihrer Produktion ins Ausland verlagert haben oder dies planen. Ford selbst erwähnte die Kritik in seiner Mitteilung zur Aufgabe der Pläne jedoch nicht, verwies aber auf die angekündigte Wachstumspolitik der zukünftigen Regierung und des Kongresses.

Furcht vor höheren Steuern, Einfuhrzöllen oder weniger Verkäufen durch Imageschäden werden aber die wohl ausschlaggebenden Faktoren für die Entscheidung gewesen sein. Die Wachstumspolitik und eine rein stärkere Fokussierung der Investitionspläne auf neue Technologien dürfte als Argument nicht ausreichen. Trump hat mit seiner "America First"-Kampagne einen Großteil der amerikanischen Wähler erreicht und könnte damit auch in Zukunft deren Entscheidungen bezüglich des Konsums beeinflussen.  

Fraglich ist nun wie andere US-Unternehmen reagieren, die ebenfalls in Mexiko aktiv sind und teilweise weitere Investitionen angekündigt haben. Neben Ford produziert auch der US-Hersteller General Motors Co. in Mexiko. Zuletzt hatten aber auch Unternehmen außerhalb der in Mexiko derzeit boomenden Automobilbranche einen Ausbau ihrer Aktivitäten bekannt gegeben. 

Zu diesen gehört der Softwarekonzern Cisco Systems Inc., der Investitionen von 4. Mrd. USD in den Produktionsausbau in Mexiko angekündigt hat. Ebenso der Einzelhandelskonzern Wal-Mart Stores Inc.. Dieser plant bislang 1,3 Mrd. USD in dem Land zu investieren um damit vorrangig seine Verteilzentren auszubauen.

 

Eine protektionistischere Wirtschaftspolitik der USA wäre ein Risiko für Mexikos Wirtschaft

Klarheit über einen möglichen Richtungswechsel bei den Investitionen werden wohl erst die wirtschaftspolitischen Entscheidungen von Trumps Regierung geben. Am 20. Januar wird dieser mit seiner Inauguration sein Amt als neuer und 45. Präsident der USA antreten. Sollte er mit Subventionen für die heimische und im Gegenzug hohen Steuern und Einfuhrzöllen für eine ausländische Produktion die US-Unternehmen zu Investitionen in die USA bewegen können, hätte dies deutlich negative Folgen für den bislang immer beliebter werdenden Standort Mexiko.

Die größte Gefahr geht von einem möglichen Ende des Nafta-Freihandelsabkommens aus, dass Trump bereits erwähnt hatte. Trotz Mexikos Freihandelsabkommen mit 46 Ländern weltweit ist das nordamerikanische mit den großen Märkten USA und Kanada das wichtigste. Sollte der zollfreie Zugang zu diesen Märkten verschlossen werden droht nicht nur ein Investitionsrückgang sondern womöglich auch eine Abwanderung von Unternehmen. Denn neben dem steigenden Druck auf kleine und mittlere Unternehmen die aus Mexiko exportieren bedeuten geringere Aktivitäten von großen Konzernen auch geringere Aktivitäten von vielen Zulieferfirmen.

Schlagwörter

Weitere Artikel - Lateinamerika