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Mexiko ist auch nach Jahrhunderten noch ein Ziel für die Jagd nach Bodenschätzen. Das Land verfügt über ein großes Potenzial nicht erkundeter Lagerstätten. Unternehmen aus Mexiko und aller Welt suchen dort deshalb nach unentdeckten Schätzen.

Als Kolumbus 1492 seinen Fuß auf eine kleine Insel setzte, ahnte er wohl kaum, was er damit auslöste. Er kannte die Gier der Europäer nach Gold. Aber was diese Gier auf dem zu der Insel gehörenden Kontinent auslösen würde, konnte er sich nicht vorstellen. Die auf ihn folgenden Eroberer veränderten diesen für immer. Einer der bekanntesten und untrennbar mit der Geschichte Mexikos verbundenen Konquistadoren war Cortés. Er zerstörte das Reich der Azteken und errichtete auf dem Gebiet des heutigen Mexiko, das Vizekönigreich Neuspanien. Alles des lieben Goldes willen.


Die neue Conquista

Heutzutage gestaltet sich die Suche nach den Bodenschätzen Mexikos nicht mehr ganz so blutig. Es kommt zwar manchmal zu Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit der lokalen Bevölkerung und vor allem mit den indigenen Gruppen, wenn es um die oft rücksichtslose Ausbeutung der Minen geht, aber vom schrecklichen Ausmaß der brutalen Ausbeutung im 16. Jahrhundert ist man heute sehr weit entfernt.

Die Nachfahren der Eroberer und ihrer Armeen haben sich ohnehin mit den indigenen Völkern vermischt und mit ihrem Staat Mexiko eines der wichtigsten Rohstoff-Förderländer der Welt aufgebaut. Das Land verfügt über bedeutende Vorkommen an Kupfer, Gold, Blei und Zink. Bedeutendstes Metall ist jedoch Silber.

Schon im 16. Jahrhundert bauten es die Spanier massenhaft ab. 2011 war Mexiko mit über 4.500t jährlich und ca. 20% Anteil an der globalen Förderung der größte Silberproduzent der Welt. 2012 erreichte man sogar eine Förderung von über 5000t. Eine gesunkene Nachfrage in Verbindung mit dem gesunkenen Preis sorgte jedoch in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres für einen Rückgang der Förderung um rund 10 Prozent.


Einheimische Conquistadores

Die Konquistadoren von heute haben ihre Pferde gegen Bagger und Kipper eingetauscht. Mexiko ist mittlerweile zu einem Liebling der Bergbauindustrie avanciert. Trotz der Fördermengen sind gerade mal rund 20 Prozent des Landes durch Bergbaukonzessionen abgedeckt. Als aussichtsreich gelten jedoch rund 60 Prozent. In Lateinamerika ist Mexiko deshalb seit mehreren Jahren, noch vor Peru und Chile, Spitzenreiter, was Investitionen in die Bergbauindustrie, besonders in die Exploration angeht.

Auch die für 2014 von der Regierung geplante Bergbausteuer von 7,5 Prozent bzw. 8 Prozent für Edelmetalle kann daran nichts ändern. Viele andere Länder erheben ebenfalls solche Steuern, meist weitaus höher und bieten noch lange nicht immer die Stabilität für Geschäfte wie Mexiko. Aus diesem Grund sind über 250 Unternehmen mit über 600 Explorationsprojekten im Land tätig. Dreiviertel kommen aus Kanada. Steigerungspotenzial bietet besonders die Kupferförderung. Nach der Wiedereröffnung einer jahrelang bestreikten Mine in 2011 konnte Mexiko bei der Weltförderung Platz 10 einnehmen.

Bis auf einen kanadischen Goldförderer beherrschen aber einheimische Konzerne den Bergbau. Sie leisten rund 85% Prozent der Investitionen. Für 2013 erwartete die mexikanische Bergbaukammer rund 8 Mrd. USD an Zuflüssen. Rund 1,2 Mrd. davon sollen anderen Schätzungen nach alleine in die Exploration fließen. Das wären rund 8 Prozent der weltweiten Gesamtausgaben.   


Silbernes El Dorado

Mit dem enormen Potenzial an neu zu entdeckenden Bodenschätzen stehen aber auch die Explorationsunternehmen auf der Eroberungsliste. Für große Konzerne sind sie, wenn erfolgreich, potenzielle Übernahmekandidaten. Die Bergbaubranche befindet sich weltweit in einer Phase der Konsolidierung und richtet ihren Fokus auf die Steigerung der Profitabilität bei gleichzeitiger Kostenreduzierung. Mexiko scheint dafür das neue El Dorado, das sagenhafte Goldland der Eroberer, zu sein. Nur dieses Mal geht es auch um Silber und Kupfer.

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