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Die durch Mexiko ausgelöste sogenannte Limetten-Krise in den USA könnte den mexikanischen Exporten und somit den Produzenten auf lange Sicht schaden.

Eine Pflanzenkrankheit, schlechtes Wetter und der andauernde Krieg der Drogenkartelle haben mexikanische Limetten in letzter Zeit enorm verteuert. Preissteigerungen von rund 240% gab es alleine seit Dezember letzten Jahres bis März dieses Jahres. In diesem Monat stieg der Preis noch einmal um über 40%.


Enorme Mehrkosten

In den USA bekommt man die Preiserhöhung bereits deutlich zu spüren. Vor allem in der Gastronomie wird an Limetten gespart. Selbst kleine Unternehmen haben Mehrkosten von mehreren tausend Dollar pro Monat. Neben Mexiko selbst, wo die Limette zu den Grundnahrungsmitteln gehört, sind die USA mit jährlich rund einem Kilo pro Kopf einer der größten Konsumenten von Limetten. Sie importieren aufgrund der geringeren eigenen Produktion einen Großteil des Bedarfs aus dem südlichen Nachbarland.

Mexikos Erträge sind an einigen Orten seit dem erneuten Ausbruch der durch Bakterien verursachten Pflanzenkrankheit in 2010 um über 50% eingebrochen. Das Land ist mit rund 2 Mio. Tonnen jährlich der weltweit größte Produzent von Limetten. In den letzten Jahren konnte man einige Marktanteile zurückgewinnen, die verloren gingen nachdem Brasilien seine Produktion und die Ausfuhren verstärkt hatte. Aufgrund der Krise sind erneute Marktverluste aber wahrscheinlich.


Geringe Auswirkungen auf die Wirtschaft

Auch europäische Länder und sogar Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate importierten in der Vergangenheit zunehmend Limetten aus Mexiko. Massive Preissteigerungen werden hier in Europa jedoch kaum auftreten. Der Großteil der in Europa konsumierten Limetten stammt aus Südeuropa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Wenn die USA sich jedoch aufgrund einer dauerhaft schwächeren Produktion auf Importe aus südamerikanischen Ländern wie Brasilien und Argentinien ausrichtet, könnte das den mexikanischen Limettenproduzenten dauerhaft zusetzen.

Mexikos Wirtschaftswachstum und die Exportzahlen sind dadurch jedoch kaum gefährdet. Agrarprodukte machen nur noch 2% der mexikanischen Exporte und 3% am Bruttoinlandsprodukt aus. Mexikos Notenbank rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum zwischen drei bis vier Prozent. Die zuletzt gesenkte Prognose begründet sich auf der geringen Entwicklung des privaten Konsums. Staatliche Ausgaben, vor allem rund 580 Mrd. USD für die Infrastruktur bis 2018, stützen jedoch das Wirtschaftswachstum.

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