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Der erst in der letzten Woche vergebene Großauftrag für den Bau einer Bahnstrecke wurde von der Regierung Mexikos zurückgezogen. Nun gibt es eine erneute Ausschreibung.

Einige der Unternehmen, die sich um den Auftrag für den Bau der Hochgeschwindigkeits- Bahntrasse beworben hatten, beklagten sich, denn die Ausschreibung lief nicht einmal drei Monate und fast alle Bewerber schafften es deswegen nicht, ein Angebot abzugeben.

Die Bitte einiger Unternehmen um eine Verlängerung der Vergabe lehnte das Verkehrsministerium jedoch ab. Ein chinesisch-französisch-mexikanisches Konsortium, vom chinesischen Staatsunternehmen China Railway Construction Corporation Ltd. angeführt, entschied schließlich die Auftragsvergabe für sich. Das Konsortium war der einzige Bieter.


Unfairer Wettbewerb und Sicherheitsbedenken

Doch das Verkehrsministerium zog die Auftragsvergabe am Donnerstag vergangener Woche überraschend zurück. Der bereits für Dezember geplante Baubeginn muss somit verschoben werden. Begründet wurde dies mit Formfehlern. Man gab zu, dass den anderen Unternehmen zu wenig Zeit für die Angebotsabgabe gewährt wurde. Ursache für den Rückzug war vor allem die Empörung der Opposition im mexikanischen Parlament. Diese warf der Regierung vor, das chinesische Unternehmen zu bevorzugen. Präsident Nieto reist nächste Woche nach China, um neue Wirtschaftsabkommen zu besprechen.

Aber auch Sicherheitsbedenken gegenüber der chinesischen Technik soll es geben. Die chinesischen Züge auf der Strecke wären die ersten außerhalb Chinas gewesen. In China gab es bereits mehrere Pannen und Unfälle mit den Hochgeschwindigkeits-Modellen, die nicht ausreichend untersucht wurden. Bei schweren Unglücken – wie eines in 2011 mit inoffiziell über hundert Toten – soll sogar die Aufklärung verhindert worden sein. Die Wrackteile wurden mitsamt einigen nicht geborgenen Opfern an Ort und Stelle vergraben, um die Ursache zu vertuschen.


Mögliche Klage gegen die Regierung

Technologisch sollen die chinesischen Züge noch lange nicht ausgereift sein. Die Hersteller haben versucht ausländische Spitzentechnologien, unter anderem aus Deutschland und Japan, zu kopieren. Dies gelang jedoch nicht wie geplant. Trotzdem versuchen die chinesischen Hersteller sich nun zunehmend unabhängig zu machen und fast nur noch ihre eigenen Bauteile zu verwenden.

Für Ende November wurde nun eine neue Ausschreibung des Projekts angekündigt. Diesmal sollen die Unternehmen sechs Monate Zeit bekommen, um Angebote abzugeben. Damit sind auch wieder Unternehmen wie Siemens, Bombardier und Alstom im Rennen. Bei China Railway Construction ist man laut Medienberichten ziemlich empört und erwägt möglicherweise eine Klage. Der Aktienkurs des Unternehmens gab am Freitag um rund 6% nach.

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