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Brasiliens Mischkonzern Odebrecht S.A. hat sich in mehreren Fällen wegen Schmiergeldzahlungen mit den zusammenarbeitenden Justizbehörden in Brasilien, der Schweiz und den USA auf Zahlungen in Milliardenhöhe geeinigt.

Die Einigung bei den Ermittlungen teilte das US-Justizministerium mit. Die Odebrecht-Holding und deren Tochterunternehmen erkannten ihre Schuld an. Hierzu gehören das Hauptunternehmen der Odebrecht-Gruppe, der Baukonzern Construtora Norberto Odebrecht S.A., sowie das Petrochemieunternehmen Braskem S.A., an dem auch der staatliche Ölkonzern Petrobras S.A. beteiligt ist. Insgesamt sollen sich die Forderungen der Behörden auf mindestens 3,5 Mrd. USD belaufen. Es ist damit die höchste Zahlung, die in einem internationalen Korruptionsfall verhängt wurde.

Der Konzern wurde schuldig gesprochen nicht ausreichende Sicherheitsvorkehrungen gegen Bestechung und Geldwäsche getroffen zu haben. Insgesamt sollen weltweit rund 1 Mrd. USD an Bestechungsgeldern an Politiker, Funktionäre und Beamte geflossen sein, um dem Konzern vor allem Bauaufträge zu sichern. Dabei ging es besonders um Aufträge von Petrobras S.A. und weitere staatliche Aufträge für den Bau von Einrichtungen für die Fußballweltmeisterschaft und Olympia.

In die Fälle in denen Schmiergelder geflossen sind, ist auch die Nationale Entwicklungsbank Brasiliens (BNDES) verwickelt. Zwischen 2007 und 2014 soll diese mehreren Ländern in denen Odebrecht Aufträge erhalten hat Kredite gewährt haben. In Länder wie Angola, Kuba oder Venezuela sollen in diesem Zeitraum so insgesamt rund 8 Mrd. USD geflossen sein.

Die Schmiergelder des Unternehmens wurden den Ermittlungen zufolge unter anderem über mehrere Off-Shore-Firmen transferiert. Dabei wurden auch Konten in der Schweiz genutzt, um die Gelder zu tarnen. Die Schweizer Bundesstaatsanwaltschaft hat seit 2014 bereits rund 60 Untersuchungen eingeleitet. Per Strafbefehl und für die Einstellung eines weiteren Falles wurden nun Forderungen in Höhe von umgerechnet über 206 Mio. USD gestellt. Die Strafzahlungen machen dabei nur rund 4 Mio. USD aus. Der Großteil der Forderungen resultiert aus Ersatzansprüchen und Verfahrenskosten.

Ein Ende der Ermittlungen ist für Odebrecht jedoch nicht in Sicht. Besonders in Brasilien werden diese weitergeführt und betreffen vor allem die Verstrickung des Konzerns in den Korruptionsskandal um den Ölkonzern Petrobras. Die bisherigen Aussagen von über 70 aktiven und ehemaligen Führungskräften der Unternehmensgruppen belasten besonders hochrangige Politiker Brasiliens. Zuletzt gerieten nun die ehemalige Präsidentin Dilma Rousseff und der amtierende Präsident Michel Temer ins Visier der Ermittler. Ihnen wird vorgeworfen illegale Parteispenden angenommen zu haben.

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