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Am Dienstag hat die brasilianische Regierung ihr neues Privatisierungsprogramm angekündigt.

Das Investment Partnership Program (IPP) soll im kommenden Jahr beginnen und dafür sorgen, dass die Wirtschaft des Landes angekurbelt wird und der Rezession entfliehen kann. Brasiliens Bruttoinlandsprodukt könnte den bisherigen Erwartungen zufolge in diesem Jahr um 4% schrumpfen.

 

 

Investitionen in Infrastruktur gesucht

Mit dem Programm will die Regierung unter dem neuen Präsidenten Michel Temer auch den Wettbewerb im Land fördern und die Transparenz steigern. Ausländischen Investoren soll Brasilien als ein Staat präsentiert werden in dem es Rechtssicherheit gibt und wo der Staat nicht mehr in den Markt eingreift. Nicht zuletzt sollen durch die Ankurbelung der Wirtschaft auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Aus den vorher 125 in Frage kommenden staatlichen Unternehmen und Projekten wurden nun 25 herausgesucht. Dabei handelt es sich um Objekte aus den Bereichen Bergbau, Eisenbahn, Energie, Flughäfen, Häfen und Mautstraßen. Die Regierung setzt ihren Fokus auf die Anwerbung von Investoren im Bereich der Infrastruktur des Landes.

2017 sollen für die 21 ersten dieser ausgesuchten Unternehmen Ausschreibungen stattfinden. 2018 folgen dann die für die restlichen. Die Investoren können dabei Konzessionen erwerben oder direkt in das Unternehmen einsteigen. Bei einer Übernahme von Anteilen soll eine Beteiligung von mindestens 20% an allen Unternehmen möglich sein.

 

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Finazierung des Haushaltsdefizites

Bei den Ausschreibungen für das Staatseigentum geht es unter anderem um Konzessionen für die Flughäfen in Florianópolis, Fortaleza, Porto Alegre und Salvador sowie um jeweils ein Terminal in den Häfen von Rio de Janeiro und Santarém (Pará). Zudem werden Lizenzen für zwei Abschnitte von Bundesstraßen sowie zwei Eisenbahnstrecken angeboten.

Im Bereich der Energie werden Konzessionen für die Wasserkraftwerke von São Simão , Miranda und Volta Grande vergeben. Daneben stehen auch sechs Stromverteiler-Zentren des Energiekonzerns Eletrobras zum Verkauf.

Das Privatisierungsprogramm soll rund 79 Mrd. BRL in die Staatskasse spülen, umgerechnet 24 Mrd. USD, um das Defizit im Staatshaushalt zu verkleinern. Mittlerweile liegt das Defizit bei über 170 Mrd. BRL.

 

Ansteigende Investitionen aus dem Ausland

Eine positive Entwicklung hat die Zentralbank in der Wirtschaftskrise zu vermelden. Die ausländischen Direktinvestitionen könnten bei anhaltender Tendenz bis Ende dieses Jahres ein Volumen von 70 Mrd. USD erreichen. Bei einer Neuberechnung im September sogar noch mehr. Bislang lag die Investitionsquote unter 20% des Bruttoinlandsproduktes.

Der Dienstleistungssektor mit Bereichen wie Bau, Handel, Immobilien und Telekommunikation war mit einem Volumen von 10,7 Mrd. USD in den ersten sechs Monate dieses Jahres das bisherige Hauptziel der Investoren. Danach folgen die Industrie mit 8,7 Mrd. USD sowie die Landwirtschaft und der Bergbau mit zusammen 3,8 Mrd. USD an Investitionsumme.

Bei den Herkunftsländern der Investitionen liegen die Niederlande mit 4 Mrd. USD derzeit an erster Stelle. Gefolgt von den USA, Luxemburg, Spanien und Deutschland mit einem Volumen von 1,4 Mrd. USD.

Mit Material von Deutsche Welle

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