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Die brasilianische Tochter der Volkswagen AG (ISIN: DE0007664005), Volkswagen do Brasil S.L. erwägt im Streit mit einem Zulieferer vor Gericht zu gehen. Dies ließ das Unternehmen noch am Dienstag nach der Beilegung des Streits in Deutschland verlauten.

Wegen ausbleibender Lieferungen der bosnischen Unternehmensgruppe Prevent konnten bereits seit März 2015 in drei der fünf brasilianischen Werke 130.000 Fahrzeuge nicht produziert werden.

 

Beilegung und Zugeständnisse in Deutschland

In Deutschland konnte Volkswagen den Streit mit den zwei zur Prevent Gruppe gehörenden Zulieferern CarTrim und ES Automobilguss am Dienstag beenden. Volkswagen hatte im Juni eine auch Porsche umfassende Kooperation mit dem Unternehmen CarTrim aufgekündigt. Als Grund wurden Qualitätsmängel angegeben. CarTrim sollte ab 2017 Sitzbezüge für ein neues Projekt des Konzerns liefern. Dem Unternehmen ging durch die Kündigung ein Auftrag im Wert von 500 Mio. EUR verloren.

 

Volkswagen AG St. 


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CarTrim und der ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehörende Zulieferer für Getriebeteile, ES Automobilguss, stellten daraufhin ihre Lieferungen ein. Mit dem Lieferstopp protestierte Prevent gegen die Stornierung des Großauftrags. Volkswagen wurde ein Missbrauch seiner Marktstellung vorgeworfen.

Aufgrund der fehlenden Teile musste in mehreren Werken von Volkswagen Kurzarbeit eingeführt werden. Teilweise wurde die Produktion sogar ganz gestoppt. Der nur wenige Tage andauernden Streit soll den Konzern rund 100 Mio. EUR gekostet haben.

Nach rund 20 Stunden am Verhandlungstisch haben sich beide Parteien jedoch am Dienstag außergerichtlich geeinigt. Volkswagen hatte zuvor per Gerichtsurteil sogar versucht die Herausgabe der nicht gelieferten Teile zu veranlassen. Wie die Einigung aussieht gaben die Unternehmen nicht bekannt.

Medienberichten zufolge soll Volkswagen aber Zugeständnisse gemacht haben. Unter anderem wird die zuvor aufgekündigte Kooperation mindestens zur Hälfte fortgesetzt und die beiden Zulieferer werden den Automobilhersteller für weitere sechs Jahre beliefern. Auf Schadensersatzansprüche verzichten beide Seiten. Volkswagen soll jedoch bereit sein eine Ausgleichszahlung von 13 Mio. EUR für entstandene Kosten zu zahlen.

Prevent soll ebenfalls Zugeständnisse gemacht haben. Bei erneutem Lieferstopp könnte eine Vertragsstrafe in Millionenhöhe verhängt werden. Volkswagen kann sich zudem einen zweiten Zulieferer suchen, der aber maximal 20% der Lieferungen übernehmen darf. Durch die kostengünstigere aber risikoreichere Einschränkung auf wenige Zulieferer schnitt Volkswagen sich nun ins eigene Fleisch. 

Mit Material von Manager Magazin

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