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Laut der südkoreanischen Finanzdienst-Kommission soll das angeschlagene Schiffsbauunternehmen Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering Co. Ltd. (ISIN: KR7042660001) erneut staatliche Finanzhilfen erhalten.

Die Korea Development Bank sowie die Export-Import Bank of Korea gewähren demnach Kredite in Höhe von 2,9 Bio. KRW, umgerechnet 2,4 Mrd. EUR. Mit den staatlichen Hilfen soll das in Zahlungsschwierigkeiten geratene Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt werden. Bis Ende des Jahres müssen Schulden in Höhe von 940 Mrd. KRW getilgt werden. 2016 verbuchte der Konzern einen operativen Verlust von 1,6 Bio. KRW.

Bedingungen für die weiteren Hilfen sind jedoch die Zustimmung anderer Gläubiger für eine Umschuldung sowie verstärkte Rettungsmaßnahmen seitens des Unternehmens. Von einer Insolvenz wären direkt 50.000 Arbeitsplätze sowie rund 1.300 Zulieferfirmen betroffen. Im Zuge der weiteren Umstrukturierung müssen jedoch auch tausende von Arbeitsplätzen gestrichen werden.

Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering hatte bereits 2015 Hilfen in Höhe von 4,2 Bio. KRW erhalten und eine Umstrukturierung begonnen. Die starke Verschlechterung bei neuen Aufträgen in 2016 soll aber nun weitere Hilfen notwendig machen. Im vergangenen Jahr kamen nur neue Aufträge im Wert von 1,7 Bio. KRW hinzu.

 

Überkapazitäten bedrohen Südkoreas Wirtschaft

Südkoreanische Werften gehören zu den größten der Welt. Sie wuchsen vor allem durch den Boom der Containerschifffahrt im Zuge der zunehmenden Globalisierung. In den letzten Jahren schwächte sich das Wachstum des Welthandels jedoch ab und die Container-Reedereien gerieten wegen ihrer aufgebauten Überkapazitäten und der geringeren Nachfrage in eine Krise. Die entstandenen Überkapazitäten bei den Redereien sorgten damit auch für Überkapazitäten bei den Werften.

Erste Opfer hat die koreanische Wirtschaft bereits zu beklagen. Die südkoreanische Reederei Hanjin Shipping Co. Ltd. war die erste große Reederei die 2016 im Zuge der Krise insolvent ging und im Februar 2017 den Betrieb einstellte. Daewoo könnte das nächste Opfer sein, wenn sich die Gläubiger nicht auf eine Umschuldung einigen können oder die weitere Umstrukturierung scheitert. Fraglich ist dann auch, wie lange kann der Staatshaushalt die betroffenen Branchen, darunter auch die Stahlindustrie, noch unterstützen.

Mit Material von dpa

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