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Die von der indischen Regierung vor knapp drei Wochen durchgeführte Bargeld-Reform soll Analysten zufolge negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum des Landes haben.

Durch die am Abend des 08. November erklärte Ungültigkeit aller 500- und 1.000-Rupien-Banknoten ab dem darauffolgenden Tag ist eine Bargeldknappheit entstanden. Diese könnte das Wirtschaftswachstum verschiedenen Analysten zufolge um mehrere Prozentpunkte in diesem und auch im nächsten Quartal zurückwerfen. Für das gesamte Fiskaljahr soll der negative Effekt etwas geringer ausfallen, könnte einigen Prognosen zufolge aber bis 2018 andauern.

Mit der Ausgabe neuer Banknoten, nur gegen vorherige Einzahlung alter Scheine auf ein Bankkonto, will die Regierung die Schattenwirtschaft eindämmen und auch die Korruption bekämpfen. Studien zufolge soll die Schattenwirtschaft in Indien ein Fünftel der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachen. Berechnungen nach könnten somit umgerechnet bis zu 1,6 Bio. EUR an unversteuertem Geld in Umlauf sein.

Die jedoch auch den regulierten Markt beeinflussende Schattenwirtschaft wird gelähmt. Bis der Großteil der Aktivitäten sich auf den regulierten Markt verlagert hat könnte es mehr als ein Jahr dauern, was die Wirtschaft somit ebenfalls negativ beeinflusst und weiteres Wachstum kostet.

Langfristig soll die Reform laut Expertenmeinungen der Wirtschaft einen Nutzen bringen und besonders die Steuereinnahmen erhöhen. Bislang hat sie jedoch nur für Chaos gesorgt. Millionen von Menschen versuchen seit Wochen die ungültigen Noten einzuzahlen oder irgendwo gegen kleinere Noten oder Gold einzutauschen. Zudem wurde ein Limit für Bargeldabhebungen von umgerechnet 260 EUR verhängt und neue Banknoten werden nur Schrittweise von der Zentralbank ausgegeben.

Besonders hart trifft die plötzliche und von allen Seiten stark kritisierte Reform derzeit vor allem die ärmeren Teile der Bevölkerung, die über kein Bankkonto verfügen. Sie werden nun gezwungen eines zu eröffnen, wovon vor allem die indischen Banken profitieren. Ein Bankkonto ist jedoch auch Voraussetzung für die Teilnahme am regulierten Wirtschaftsleben und somit auch für Finanzierungsmöglichkeiten und auch die Wahrnehmung von Rechten. Die Reform könnte somit langfristig auch einen positiven Effekt auf die Entwicklung der ärmeren Schichten haben.

Mit Material von dpa

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