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Indien verstärkt den Ausbau der Windenergie. Besonders das bisher noch ungenutzte Potenzial der riesigen Küstenlinie des Subkontinents soll dabei genutzt werden, damit die Regierung ihre großen Pläne verwirklichen kann.

Die indische Regierung hat Anfang Oktober eine Vereinbarung über den Bau des ersten Offshore-Windparks des Landes unterzeichnet. Getroffen wurde die Vereinbarung zwischen dem Energieministerium und lokalen Unternehmen des Energiesektors. Der Windpark mit 100MW Leistung soll vor der Küste des Bundesstaates Gujarat entstehen und als Pilotprojekt dienen. Er ist Teil einer Offshore-Roadmap, die für den massiven Ausbau der Offshore-Windenergie geplant ist.


Roadmap mit Hilfe der EU

Durch das Pilotprojekt will man Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich des Aufbaus der nötigen Infrastruktur und der Energieübertragung zum Festland gewinnen. Für Machbarkeitsstudien und Umweltverträglichkeitsprüfungen hat die Regierung finanzielle Unterstützung zugesagt. Im Zuge der Roadmap sollen auch technische und wissenschaftliche Partnerschaften zwischen indischen und europäischen Unternehmen entstehen. Die Roadmap wird mit 4 Mio. EUR aus dem Indo-Europäischen Kooperationsprogramm für Erneuerbare Energien der EU finanziert.

Indien verfügt über 7.600 km Küstenlinie, die man zum Ausbau der Offshore-Windenergie nutzen will. Deren Potenzial wird auf bis zu 100 GW geschätzt. Mittlerweile verfügt das Land über 22 GW an Windenergiekapazität und plante bisher diese bis 2017 auf über 30 GW auszubauen. Nachdem der Ausbau durch gestrichene Förderungen in 2012 an Fahrt verloren hatte, gab man der Branche im vergangenen Jahr neue Wachstumsanreize. Mittlerweile stellt man einen jährlichen Ausbau um 10 GW in Aussicht, der vor allem von den großen einheimischen Unternehmen realisiert werden soll. Auch die Turbinen werden bevorzugt bei einem der vielen indischen Hersteller wie Suzlon Energy Ltd. (GDR/ISIN: US86960A1043) oder Wind World India Ltd. gekauft.


Der große Plan

Bis 2022 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien auf über 22% an der gesamten Energiegewinnung anwachsen. Die Windenergie ist dabei die wichtigste Quelle, auf die auch die neue Regierung unter Premier Narendra Modi setzt. Diese hat sich nun das Ziel gesetzt, bis 2019 alle indischen Haushalte mit Strom zu versorgen. Der Energiebranche steht dabei eine Herkulesaufgabe aber auch ein riesiges Wachstumspotenzial bevor, denn auch der Netzausbau muss massiv gesteigert werden. Durch die beim Ausbau gleichzeitig stattfindende Dezentralisierung ist die Windenergie auch hier die wichtigste Stütze, um das Ziel zu erreichen.

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