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In Indien haben sich die Zahlen wieder auf ein stärkeres Wachstum ausgerichtet. Nachdem man dem bevölkerungsreichsten Land der Welt seinen rasanten Aufstieg zur Industrienation schon fast abgesprochen hatte, setzt der Subkontinent seinen ganz eigenen Weg nun fort.

Seit 2012 und besonders im letzten Jahr waren die Schlagzeilen der Wirtschaftsnachrichten aus Indien meistens negativ. Viele Investoren zogen ihr Kapital aus den Emerging Markets und somit auch aus Indien ab. Weniger Wirtschaftswachstum und eine hohe Inflation kamen noch hinzu.

Doch es hat nicht mal ein Jahr gedauert bis Indien wieder überwiegend Positives zu vermelden hat. Aufgrund seiner immer noch großen Unabhängigkeit von den internationalen Märkten hat das Land die letzte Schwellenländer-Krise gut überstanden. Nun kehren auch die Investoren zurück und Indien wird wieder als das nächste Boomland nach China gehandelt. Deutliches Zeichen für das Durchschreiten der Talsohle ist dabei die Performance des Leitindex an der Börse in Mumbai.


Die beste Wahl

Die stärkste Wende brachte die Wahl des neuen Premierministers Narendra Modi. Trotz massiver Kritik an seiner politischen Vergangenheit ist er für hunderte Millionen Inder die neue Hoffnung, um der Armut zu entrinnen. Denn er hat bereits im Bundesstaat Gujarat gezeigt, was der Ausbau der Infrastruktur und niedrigere Steuern ausmachen. Gujarat gilt vielen als Vorzeigestaat Indiens, was die wirtschaftliche Entwicklung angeht.

Und obwohl er alle seine Versprechen kaum einlösen kann, in Indien bewegt sich etwas. Etwas, das in den letzten Jahren aufgrund der politischen Streitigkeiten nicht zu verzeichnen war. Die neue Regierung bringt das Land auf Kurs und steuert die 1,3 Mrd. Menschen mit Vollgas in den internationalen Markt.


Aufschwung auf breiter Fläche

Aus fast allen Branchen der indischen Wirtschaft kommen positive Zahlen, die ein starkes Wachstum aufzeigen. Die Automobil-Industrie hat ihre Krise scheinbar überstanden, der Bankensektor freut sich über Millionen neuer Kunden, Erneuerbare Energien werden massiv von der Regierung gefördert und ausgebaut, bei Mobilfunk und E-Commerce gehört Indien zu den wichtigsten Zukunftsmärkten und die Pharmaindustrie wächst dank niedriger Kosten und Know-how unentwegt.

Da Indien dies nicht alles alleine stemmen kann und will, arbeitet die Regierung nun auch endlich an einer deutlichen Verbesserung des Investitionsklimas. Durch die Verbesserung von  Regelungen und Gesetzen sollen vor allem die ausländischen Investoren massenweise ihr Kapital ins Land fahren. Als Beispiel für eine unternehmensfreundlichere Politik wurde dabei  zuletzt die Entscheidung im Prozess gegen Shell gewertet.


Geduld ist die notwendige Tugend

Aber auch der Ausbau der Infrastruktur schreitet endlich in größeren Schritten voran und erleichtert nun die Logistik in diesem riesigen Land. Millionen von Menschen bekommen endlich Anschluss an die großen Zentren und somit an die neu entstehende Konsumgesellschaft. Was das internationale Parkett betrifft, knüpft das Land neue Abkommen mit anderen Staaten der Region wie Australien und hat durch das Ende seiner Blockade im Subventionsstreit um Nahrungsmittel nun auch endlich den Weg für das erste globale Freihandelsabkommen der WTO frei gemacht.

Die Investitionen steigen bereits massiv an, wie Japan und China vor Kurzem in ihrem Konkurrenzkampf um den indischen Markt bezeugen. Wer also in Indien investiert, braucht einen langen Atem. Wegen seiner gänzlich anderen Kultur und den langen Entscheidungswegen, aufgrund seiner tief verwurzelten demokratischen Struktur, dauert hier alles etwas länger. Als Unternehmen muss man sich hier ohnehin an die ganz eigenen Bedürfnisse der Inder anpassen, wenn man erfolgreich sein will.


Wer wagt, gewinnt

Wer es aber in diesen Markt wagt, wird für seine Geduld und Mühen belohnt. Indien wird schon in wenigen Jahren sein Potenzial stärker entfalten und in die Top-Five der stärksten Wirtschaftsnationen aufsteigen. Laut IWF wächst die Wirtschaft des Landes im kommenden Jahr um 6,4% nach einer für dieses Jahr angehobenen Prognose von 5,6 auf 5,8%. Für den Privatanleger heißt es dabei nur noch abzuwarten bis die Regierung den nationalen Finanzmarkt und damit auch die Börse freigibt.

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