wrapper

Breaking News

Im vergangenen Jahr haben chinesische Unternehmen rund 35 Mrd. EUR in Unternehmen innerhalb der Europäischen Union investiert. Ein Anstieg um 77% im Vergleich zum Vorjahr mit rund 19 Mrd. EUR.

Die Zahlen gehen aus einer Studie des Mercator Institutes for China Studies und der Rhodium Group hervor. Hauptziele chinesischer Unternehmen sind demnach Firmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien gewesen.

Für Aufsehen in Deutschland sorgte besonders die Übernahme des Roboterbauers Kuka AG durch die Midea Group Co. Ltd. Daneben gingen aber auch der Abfallentsorger EEW und der Maschinenbauer KraussMaffei in chinesischen Besitz über. Die Zukäufe in Deutschland machten 31% der chinesischen Investitionen in der EU aus. Erstmals floss somit mehr Kapital von China nach Deutschland als umgekehrt.


Weltweite Einkaufstour stößt auf Hindernisse

Weltweit haben die chinesischen Investitionen in Übernahmen und Anteilskäufe ein Volumen von 189 Mrd. USD erreicht. Der Wert aus 2015 mit 107 Mrd. USD wurde bereits im Mai vergangenen Jahres übertroffen. Damit steigerten sich die weltweiten Investitionen in 2016 um 40%. Zukäufe wurden wie auch in 2015 vor allem in den USA getätigt.

Zuletzt stießen Chinas Unternehmen aber vermehrt auf Widerstand. Besonders in den USA ist die Angst vor einem Ausverkauf heimischer Technologie große. Mehr als 15 Übernahmen scheiterten dort bereits. Darunter die Übernahme des Chipherstellers Aixtron, dessen Verkauf US-Präsident Obama per Veto verhinderte.

Chinesische Unternehmen dürften ihren Fokus damit wohl verstärkt auf die Übernahme europäischer Unternehmen ausrichten. Doch seit der Diskussion um die Kuka-Übernahme wird auch hier die Skepsis größer. Der Drang des chinesischen Kapitals ins Ausland bleibt aber wegen des schwächeren Wirtschaftswachstums, der schwächeren Währung und des weiter zunehmenden Wettbewerbs bestehen.


Chinas Regierung bremst Investitionen nach Innen und Außen

Größtes Hindernis für eine erneute Steigerung des Investitionsvolumens im Ausland in diesem Jahr oder gar das Erreichen des Vorjahreswertes dürfte für Chinas Investoren die heimische Politik sein. Chinas Regierung hat mehrere Maßnahmen verhängt, um den Kapitalabfluss aus dem Land und den Wertverfall der Währung Renminbi einzudämmen.

Neben der Kontrolle großer Transaktionen und deren erforderlicher Genehmigung durch die Behörden gehört hierzu die Einschränkung, dass neue Zukäufe das Volumen von 10 Mrd. USD nicht übersteigen dürfen, bei Branchenfremden Unternehmen sogar nur 1 Mrd. USD.

Mittelständische Unternehmen werden somit wohl weiter auf der Einkaufsliste stehen, um die chinesische Wirtschaft mit ausländischem Know-how noch wettbewerbsfähiger zu machen. Übernahmen wie der geplante Kauf des Schweizer Konzerns Syngenta mit einem Volumen von rund 44 Mrd. USD bleiben aber vorerst aus.


Stärkerer Protektionismus

Bereits rückläufig sind dagegen die Investitionen ausländischer Unternehmen in China. Der Kapitalzufluss aus der EU ging 2016 das vierte Jahr in Folge zurück. Mit 8 Mrd. EUR lag das Volumen 2 Mrd. EUR unter dem Vorjahreswert.

Schuld an dem sinkenden Volumen ist neben der Skepsis über die Verfassung der chinesischen Wirtschaft und des tatsächlichen Wachstums auch die zunehmend protektionistische Politik des Landes. Die ohnehin schon hohen Anforderungen für ausländische Investoren werden durch neue Regelungen und Änderungen immer weiter erhöht.

Sinkende Wachstumsraten, steigende Löhne und eine nahezu willkürliche Wirtschaftspolitik schrecken immer mehr europäische Unternehmen von einem Engagement in China ab. Eine zunehmende Verlagerung der Investitionen findet derzeit nach Indien oder in die aufstrebenden Staaten Südostasiens statt.

Schlagwörter

Weitere Artikel - Asien

Werbung