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Saudi-Arabien hat Ägypten weitere Milliardenhilfen zugesagt. In den kommenden fünf Jahren sollen 8 Mrd. USD für Ausgaben des Militärs und den Kauf von Erdöl bereitgestellt werden. Damit will sich Saudi-Arabien auch weiterhin die Loyalität seines Verbündeten sichern.


Anti-Terror-Allianz

Die neuen Finanzhilfen wurden während des Besuchs des saudischen Vize-Kronprinzen und Verteidigungsministers Mohammed bin Salman in Kairo bekannt geben. Dieser bereist die sunnitisch geführten Länder der Region, um ein Anti-Terror-Allianz genanntes Bündnis zu schmieden. Ägypten gehört nun ebenfalls zu dem 34 Staaten umfassenden Bündnis, das deren Kampf gegen den Terrorismus koordinieren und verstärken soll.

Saudi-Arabiens Initiative gegen den Terrorismus wird jedoch kritisch gesehen. Mitgliedern des Königshauses und auch vielen, vor allem wohlhabenden, Bürgern, wird eine finanzielle Unterstützung von Terrororganisationen nachgesagt. Milliarden sollen in den letzten Jahren an Terrororganisationen wie Al-Qaida geflossen sein, deren Mitglieder zum Teil auch saudische Staatsbürger sind.


Zunehmender Druck von innen und außen

Dadurch offenbart sich auch die weitere Frontbildung Saudi-Arabiens gegen seine Gegner in der Region. Der Irak und der Iran sind weniger wegen ihrer religiösen Orientierung der traditionelle Gegner der Saudis. Viel bedeutender ist deren wirtschaftliche Macht durch die enormen Reserven an Erdöl und Erdgas. Diese Reserven könnten die Einnahmen Saudi-Arabiens weiter gefährden, die durch den niedrigen Ölpreis ohnehin schon rapide gesunken sind. Saudi-Arabien bestreitet rund 90% seiner Einnahmen aus dem Erdölexport.

Geht der Kampf um Anteile am Erdölmarkt weiter, bringt die Führung in Saudi-Arabien sich zunehmend selbst in Gefahr. Schon jetzt gärt es zunehmend in der Bevölkerung und auch in den verschiedenen Zweigen der riesigen Königsfamilie mit ihren tausenden von Mitgliedern. Widerstand seitens der Bevölkerung gibt es vor allem für die Senkung und Streichung von Subventionen für Benzin, Gas und Wasser. Rebellieren werden auch die auf 5.000 bis 7.000 geschätzten Prinzen, wenn man ihnen das Taschengeld kürzt.


Ägyptens wackelige Stabilität

Vor Kritik aus Ägypten scheint man sich jedenfalls geschützt zu haben. Die straff geführte Regierung unter dem ehemaligen Militärchef As-Sisi benötigt die Milliarden nicht nur, um die Anhänger der Muslimbruderschaft, deren gewählter Präsident Mursi 2013 vom Militär gestürzt wurde, in Schach halten, sondern auch um der zunehmenden Bedrohung durch islamistische Terroristen Herr werden.

Dabei muss die Regierung jedoch aufpassen, dass die Konflikte in der Region sich nicht negativ auf das Land auswirken und von den Finanzhilfen auch noch genug in die Wirtschaft des Landes investiert werden. Der Tourismus ist zwar eine stetige aber sehr volatile Quelle für Einnahmen.

Mit Hilfe ausländischer Investoren, die sehr bedacht sind auf stabile Verhältnisse, kann die Wirtschaft durch den Aufbau der Industrie und auch die Förderung von neu entdeckten Erdgasvorkommen auf Vordermann gebracht werden. Somit sichern saudische Milliarden nicht nur Ägyptens Treue sondern auch seine Stabilität. 

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