wrapper

Breaking News

Die EU-Kommission ermittelt serbischen Medien zufolge gegen ein Stahlunternehmen in Serbien, wegen des Verkaufs von Stahl zu Dumpingpreisen. Ermittlungen soll es zudem gegen Hersteller in Brasilien, dem Iran, Russland und der Ukraine geben.


Serbiens größtes Stahlwerk

Laut den Medienberichten hat die serbische Regierung die Vorwürfe bereits zurückgewiesen, versicherte aber volle Kooperation bei den Ermittlungen. Diese betreffen das Stahlwerk Zelezara in der Stadt Smederevo. Die Ermittlungen der Kommission umfassen einen einjährigen Zeitraum bis zum 30. Juni 2016 als das Werk von dem Unternehmen HPK Engineering B.V. aus den Niederlanden geleitet wurde.

Das Stahlwerk wurde 2003 für 23 Mio. USD an US Steel verkauft und 29012 für einen USD wieder vom serbischen Staat zurückgekauft. Anschließende Privatisierungsversuche scheiterten woraufhin die Regierung HPK Engineering mit der Leitung beauftragte, da eine staatliche Subventionierung laut dem Assoziierungsabkommen mit der EU nicht mehr erlaubt war.

Mittlerweile ist das Werk für 46. Mio. EUR vom chinesischen Stahlkonzern Hebei Iron and Steel (HBIS) (ISIN: XS1120848277) übernommen worden. Das staatliche Unternehmen gehört zu den größten Produzenten der Welt. Im vergangenen Jahr soll der Umsatz bei rund 16,7 Mrd. USD gelegen haben. HBIS soll auch an einem Kauf der britischen Stahlwerke von Tata Steel Ltd. (ISIN: INE081A01012/US87656Y4061) interessiert sein.

 

 Tata Steel Ltd. GDR


Powered by GOYAX.de


Die EU und Europas Stahlkonzerne suchen nach Lösungen

Anlass für die nun aufgenommenen Ermittlungen hat eine Beschwerde des Wirtschaftsverbandes der europäischen Eisen- und Stahlproduzenten, Eurofer, gegeben. Eurofer hatte zuvor auch den Verkauf des serbischen Stahlwerkes an HBIS kritisiert und will verhindern, dass die EU China Ende dieses Jahres als Marktwirtschaft anerkennt.

Eine Anerkennung würde hohe Strafzölle seitens der EU unmöglich machen. Eine Weigerung, 15 Jahre nach dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation, könnte aber einen Handelskrieg heraufbeschwören, den China aufgrund seiner Ressourcen und Finanzreserven gewinnen könnte.

Die europäischen Stahlhersteller stehen wegen einer geringen Nachfrage, des enormen Überangebots an Stahl auf dem Weltmarkt und dem daraus resultierenden niedrigen Preis dafür ohnehin seit Monaten unter massivem Druck und müssen hohe Einbußen verkraften.

Der deutsche Stahlhersteller ThyssenKrupp AG (ISIN: DE0007500001) und Tata Steel gaben mittlerweile offiziell bekannt, dass sie Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss in Europa führen. Die Unternehmen wären dadurch wettbewerbsfähiger und könnten so auch zur Reduzierung des Überangebots beitragen.

 

 ThyssenKrupp AG


Powered by GOYAX.de


Stahlkrieg gewinnt weiter an Intensität

Ausgelöst wurde die Stahlschwemme vor allem durch chinesische Hersteller. Die durch Subventionen entstandenen Überkapazitäten in China veranlassen die dortigen Stahlhersteller zu einem massenhaften Verkauf ihres Stahls zu Preisen unterhalb der Produktionskosten.

Zu der gleichen Handlungsweise fühlten sich daraufhin auch Ländern wie Japan, Russland und Südkorea gezwungen. Unternehmen aus den nun von den neuen Ermittlungen betroffenen Ländern dürften daher ebenfalls in den Preiskrieg eingestiegen sein. Während in Russland allgemein kostengünstiger produziert werden kann, versuchen vor allem die Konzerne in Chinas Nachbarländern durch gesenkte Preise im zunehmenden Wettbewerb zu überleben.

Die EU reagierte bereits mit Strafzöllen auf die niedrigen Preise von Unternehmen aus Russland und China. Von den europäischen Stahlunternehmen werden sie aber als zu niedrig kritisiert. Während die USA zum Schutz ihrer ebenfalls in der Krise steckenden Konzerne Strafzölle von über 200% verhängt hat, liegen die Zölle der EU bisher nur bei rund 20%.

Mit Material von Serbien Nachrichten

Weitere Artikel - Emerging Europe