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Bereits seit 2006 arbeitet die China Civil Engineering Construction Corporation (CCECC) eng mit der Nigerian Railway Corporation (NRC) zusammen. Einige Projekte wurden bereits an die Chinesen vergeben. Jetzt kam ein weiterer Mega-Deal hinzu.

Die Modernisierung bestehender Bahnstrecken sowie der Bau neuer Trassen ist Bestandteil der 25-Year Strategic Vision der nigerianischen Regierung und der NRC. Ziel des wieder in den Blickpunkt gerückten Schienennetzes ist vor allem die Entlastung der Straßen. Nigeria setzt bei seinen Schienenprojekten auf Public Private Partnerships (PPP).

1960-2005: Drastischer Rückgang des Personen- und Gütertransports

Nigeria besitzt mit einem Schienennetz von derzeit knapp 3.800 km nach Südafrika das flächendeckend größte in ganz Afrika. Bahnlinien verlaufen von Lagos im Südwesten des Landes über Kaduna in den Norden nach Kaura Namoda und nach Nguru. Parallel dazu verläuft im Osten des Landes eine Bahntrasse von Port Harcourt über Jos nach Maiduguri.

Im Jahr 1960 wurden in Nigeria über die Schiene noch rund 3 Mio. Tonnen an Gütern und ca. 3 Mio. Fahrgäste transportiert. In den nächsten 45 Jahren wurde die Bahn als Transportmittel aber immer mehr vernachlässigt, so dass im Jahr 2005 lediglich noch 15.000 Tonnen an Gütern und rund 500.000 Fahrgäste über die Schiene transportiert wurden. Heute, neun Jahre später, sind es jährlich wieder über 4,3 Mio. Fahrgäste (Stand: 2013). Tendenz steigend. Und auch der Güterverkehr zieht wieder an.

Die Regierung in Abuja hat den Fokus in den vergangenen Jahren ganz bewusst wieder auf die Schiene gelenkt. Eine stark wachsende Bevölkerung – bis 2050 soll sie sich von jetzt 174 Mio. auf 389 Mio. mehr als verdoppeln – und die prosperierende Wirtschaft, allen voran der Öl- und Gassektor, überlasten inzwischen das Straßennetz zunehmend.

Die Schiene soll die Mobilität im Land zukünftig entscheidend erhöhen und das Verkehrsnetz diversifizieren. Schließlich verfolgt Präsident Goodluck Johnson ein ambitioniertes Ziel: Wenn es nach ihm geht, soll Nigeria bis 2020 zu den 20 größten Wirtschaftsmächten weltweit zählen (20:2020 Vision). Eine moderne Verkehrs-Infrastruktur ist daher ein Muss, um dieses Ziel zu erreichen.

Chinesen angeln sich Milliarden-Auftrag für den Bau der Coastal Railway

China Railway Construction Corp. (CRCC), die Muttergesellschaft von CCECC, und die nigerianische Bundesregierung haben jüngst in der Hauptstadt Abuja einen Vertrag über den Bau der 1.385 km langen Nigerian Coastal Railway unterzeichnet. Bereits im Mai dieses Jahres hatte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang den Deal bei einem Besuch eingestielt.

CCECC wird die Trasse zweigleisig an der Küste entlang bauen und mit Fertigstellung die Wirtschaftsmetropole Lagos im Südwesten mit der südöstlichen Küstenstadt Calabar nahe der kamerunischen Grenze verbinden. Die Bahntrasse wird von Lagos über Benin-City, Warri, durch das Niger-Delta und Port Harcourt bis nach Calabar führen und hier insbesondere den Güterverkehr zwischen den wirtschaftlichen Knotenpunkten optimieren.

nigeria karte coast railway

Der Auftrag hat ein Volumen von 11,97 Mrd. USD und ist damit der größte je erhaltene Auftrag des chinesischen Bahnbau-Konzerns CRCC (ISIN: CNE100000981) im Ausland. Konzernchef Meng Fengchao teilte im Rahmen des gewonnenen Auftrags mit, dass während der Bauphase rund 200.000 neue Arbeitsplätze und später mit Inbetriebnahme der Strecke noch einmal 30.000 Stellen geschaffen werden. Weiterhin werde Nigeria im Zuge des Projekts auch chinesische Technik einkaufen. Hier geht es um Züge, Waggons, Baumaschinen etc. im Wert von bis zu 4 Mrd. USD.

CCECC ist wichtigster Partner beim Ausbau des Schienennetzes

CCECC, Tochtergesellschaft von CRCC, ist seit der Wiederbelebung des umfangreichen nationalen Schienenvorhabens in die Pläne der nigerianischen Regierung involviert. So ist das chinesische Staatsunternehmen z.B. auch am Bau des 187,5 km langen Streckenabschnitts zwischen der Hauptstadt Abuja und der Handelsstadt Kaduna sowie beim Bau des Lagos Rail Mass Transit Systems (LRMT) federführend beteiligt.


Die Zusammenarbeit Nigerias mit dem chinesischen Bahnbau-Spezialisten basiert dabei auf einem Auftrag aus dem Jahr 2006, der die Sanierung der 1.124 km langen Bahnstrecke von Lagos nach Kano umfasste und 2012 abgeschlossen wurde.

Auch das 874 Mio. USD teure Bahnprojekt Abuja-Kaduna ist zu 85 Prozent gebaut. Bis Ende Dezember 2014 sollen die restlichen 32,5 km fertig gestellt sein. CCECC hat darüber hinaus einen weiteren Auftrag zum Bau der Teilstrecke Lagos-Ibadan erhalten. Die 180 km lange zweigleisige Strecke soll einen Auftragswert von rund 1,5 Mrd. USD haben und binnen der nächsten vier Jahre gebaut werden.

Neben den landesweiten Eisenbahn-Projekten hat CCECC auch den Zuschlag für den Bau der Blue Line in der Metropolenregion Lagos erhalten. Die 27 km lange und 1,2 Mrd. USD teuere Light Rail-Strecke befindet sich derzeit noch im Bau und wird künftig Okokomaiko (Amuwo Odofin) und Marina (Lagos Island) verbinden.

Das Projekt in Lagos ist ein wesentlicher Bestandteil des Strategic Transport Master Plans (STMP) und soll dem Verkehrschaos in der Küstenmetropole entgegenwirken. Neben der Blue Line sollen sechs weitere Linien gebaut werden, die das Verkehrsnetz der 11 Millionen Einwohner Metropole zukünftig entlasten sollen. Der Bau der Linien gilt allerdings als sehr teuer, weswegen alternativ auch der Ausbau eines Bus Rapit Transit Systems (BRT) diskutiert wird.

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