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Thailands Militärregierung hat am Dienstag die Schließung der Goldminen und aller zugehörigen Verarbeitungsanlagen des Landes bis zum Ende dieses Jahres angeordnet. Die Regierung unter Ministerpräsident Chan-ocha reagiert damit auf öffentliche Proteste, wonach der Goldbergbau besonders Gesundheits- und Umweltschädlich ist.


Schließung ist eine Vorsichtsmaßnahme

Untersuchungen von Behörden hatten zuvor ergeben, dass rund 100 Menschen im Gebiet der Chatree Mine, der größten Goldmine des Landes, erhöhte Werte von toxischen Substanzen im Körper hatten. Eine direkte Verbindung zum Bergbau konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. 2015 wurde die Chatree Mine bereits für 44 Tage geschlossen, um Untersuchungen durchführen zu können. Im kommenden Jahr sollen neue Untersuchungen erfolgen.

Laut Industrieminister Sibunruang ist die nun erlassene Anordnung eine Vorsichtmaßnahme zum Schutz der Bevölkerung, um die Streitigkeiten zu klären, da bisher noch keine Kontamination der unmittelbaren Umgebung der Mine durch Schwermetalle und Giftstoffe bewiesen werden konnte. Die möglicherweise durch den Bergbau verursachten Schäden für die Umwelt, die Anwohner und Mitarbeiter seien nach Ansicht von vier Ministerien im Vergleich zum wirtschaftlichen Nutzen zu groß. Nach der Schließung müssen die Minen durch die Betreiber saniert werden.

Die Regierung wies zudem die Behörden auch an, keine weiteren Konzessionen für den Abbau oder die Exploration von Vorkommen auszustellen oder zu verlängern. Derzeit haben 12 Unternehmen Anträge für die Exploration von Goldvorkommen auf 117 Grundstücken gestellt.


Bisherige Untersuchungen erbringen keine Beweise

Die Chatree Mine ist bereits seit Jahren Ziel von Protesten, die den Bergbau für die Belastung von Mensch und Umwelt durch Stoffe wie Arsen, Cyanid und Mangan verantwortlich machen.

Für den Betreiber der Chatree Mine, die australische Kingsgate Consolidated Ltd. (ISIN: AU000000KCN1) kam die Anordnung nach 15 Jahren Betrieb und der Schaffung von hunderten von Arbeitsplätzen jedoch überraschend. Kingsgate betreibt die Mine über das Tochterunternehmen Akara Resources Pcl.. Bisher liege Kingsgate laut eigener Aussage kein offizielles Schreiben der Regierung vor.

Vom Unternehmen schon zuvor auf Anweisung der Regierung in Auftrag gegebene Untersuchungen hätten keine Schäden an Mensch und Umwelt im Umfeld der Mine feststellen können. Ein wissenschaftlicher Bericht der unwahre Behauptungen widerlege sei zudem mehreren Ministern vorgelegt worden. Im Zuge der Untersuchungen gab Kingsgate auch an Substanzen wie Arsen, Mangan vor Ort nicht zu verwenden und Cyanid gar nicht zu benutzen.

 

Kingsgate Consolidated Ltd. 


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Kingsgate steckt in der Klemme

Das Unternehmen ließ den Handel seiner Aktie in Sydney am Mittwoch trotzdem aussetzen. Die Chatree Mine erzeugte im vergangenen Jahr 62% aller Einnahmen von Kingsgate. Derzeit ist sie nach dem Verkauf der australischen Challenger Mine im März dieses Jahres das einzige aktive Projekt des Unternehmens. Weitere Gold- und Silberprojekte in Australien, Chile, Laos und Thailand befinden sich noch in der Entwicklung. Im vergangenen Jahr kündigte Kingsgate an seinen Bergbaubetrieb vor allem in Südostasien auszuweiten.

Kingsgate beschäftigt in der Chatree Mine rund 1.000 Mitarbeiter und fördert dort jährlich 130.000 Unzen Gold. In den 15 Jahren des Betriebes sollen dort Einnahmen von 52 Mrd. THB, umgerechnet rund 1,29 Mrd. EUR, generiert worden sein, von denen 7 Mrd. THB in Form von Lizenzgebühren an den thailändischen Staat gezahlt wurden.

Im vergangenen Jahr geriet Kingsgate auch in den Fokus der thailändischen Anti-Korruptionsbehörde. Diese gab Ende 2015 bekannt, dass sie Ermittlungen durchführe weil behauptet wurde, dass das Unternehmen Staatsbeamte bestochen habe, um Bergbaukonzessionen zu erhalten. Kingsgate dementierte die Vorwürfe und versicherte seine Zusammenarbeit mit den Behörden.


Wie geht es weiter?

Für Kingsgate scheint derzeit nur eine wie auch immer gestaltete Sanierung oder irgendeine eine Einigung mit der Regierung die Rettung für das Projekt zu sein, wenn durch den Bergbau tatsächlich giftige Substanzen in die Umwelt gelangen. Eine Verwendung solcher Substanzen und die unsachgemäße Entsorgung, durch wen auch immer, sind nicht auszuschließen.

Wie im Falle der indonesischen Grasberg Mine könnte die thailändische Regierung auch versuchen mehr Einfluss zu gewinnen und somit mehr Einnahmen aus der Förderung zu generieren. Weitere Untersuchungen über mögliche Schäden könnten hier Aufschluss geben.

Der Betrieb der Mine sei letzten Angaben zufolge noch für 7 weitere Jahre möglich. Die Konzession für die Chatree Mine sollte ursprünglich bis 2028 laufen. Bis zum Ende des Jahres wird nun aber lediglich die Schmelzlizenz verlängert, die am Freitag ausgelaufen wäre. Die ursprünglich beantragte Verlängerung sollte für 5 Jahre gelten.

Durch die Verlängerung der Lizenz bis zum Ende des Jahres soll dem Unternehmen Zeit gegeben werden die Mitarbeiter auf die Schließung vorzubereiten. Für die Mitarbeiter verantwortlich sieht sich aber auch die Regierung, die versprach sich um diese zu kümmern.

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