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BYD Company Ltd. ist zweifelsohne eines der innovativsten und interessantesten Unternehmen aus dem Bereich Green Technology überhaupt. Nicht umsonst ist Star-Investor Warren Buffett in 2008 mit rund 10 Prozent eingestiegen und seither Anteilseigner.

Ursprünglich war BYD ausschließlich auf die Herstellung von Batterien spezialisiert. Das Unternehmen ist in dieser Sparte heute einer der Weltmarkführer. Durch den kontinuierlichen Ausbau des Kerngeschäfts auf angrenzende Bereiche konnte sich BYD in den letzten Jahren entscheidend weiterentwickeln.

Unter anderem stieg das Unternehmen 2003 durch den Kauf von Xi'an Tsinchuan Auto Co., Ltd. ins Automobilgeschäft ein. Vor allem im Bereich der Elektromobilität hat BYD enorme Fortschritte gemacht und schickt sich an, den begehrten chinesischen Markt zu erobern.

Das Akronym BYD steht im Übrigen für „Build Your Dreams“, was so viel heißt wie „Erschaffe Deine Träume“. Und exakt das ist das Credo, das den chinesischen Konzern antreibt. Weltweit arbeiten inzwischen über 150.000 Mitarbeiter daran, die Green-Tech-Visionen des Unternehmens in den Bereichen E-Autos, Energiespeicherung, LED-Beleuchtung, Photovoltaik und IT umzusetzen. Wie sich zeigt, mit zunehmendem Erfolg.

Besonders günstig für BYD ist ganz ohne Frage, dass die chinesische Regierung momentan sehr auf das Thema „Umwelttechnologien“ fokussiert ist und es wohl auch bleiben wird. Nicht ohne Grund, denn das Land hat im Zuge der explodierten Wirtschaft und einer rasant wachsenden Konsumentenschicht mit immensen Umweltproblemen zu kämpfen. Der Umstieg auf saubere Energiequellen und das Bewusstsein, die Umwelt weniger zu belasten, spielen BYD voll und ganz in die Karten.


Die Luft wird dünner, China muss handeln

Es ist bekannt, dass China und insbesondere Chinas Metropolen ein massives Problem mit der Luftverschmutzung haben. Wie dramatisch und akut das Problem ist, hat die jüngste Untersuchung von Greenpeace in 74 chinesischen Städten gezeigt: Mit Llasa, Zhoushan und Haikou sind lediglich drei der untersuchten Städte unter den von Peking vorgegebenen Grenzwerten geblieben. In allen anderen herrscht mehr oder weniger „dicke Luft“.

Regierungschef Li Keqiang nahm die Ergebnisse der Studie im März dieses Jahres dann auch zum Anlass, der Luftverschmutzung vor dem nationalen Volkskongress den Kampf anzusagen. Bereits im letzten Jahr hat Peking angesichts wachsender Proteste innerhalb der Bevölkerung gegen die zunehmende Luftverschmutzung mit diversen Maßnahmen reagiert. Neben der Förderung der Solar- und Windenergie wird nun z.B. auch verstärkt die Elektromobilität gefördert. Darüber hinaus hat die Regierung die Strafen bei Verstößen gegen Umweltauflagen verschärft. Seit letztem Jahr droht Unternehmern bei Nichteinhaltung der Auflagen unter Umständen sogar die Todesstrafe.

Green City Solution – Eine saubere Vision des Nahverkehrs

Industrie und Kohlekraftwerke sind zu einem großen Teil für die starke Luftverschmutzung verantwortlich. Ein weiterer Hauptverursacher von Feinstaub und giftigen Abgasen ist jedoch der drastisch zunehmende Straßenverkehr. Die stetig wachsende Bevölkerung hat in den Städten zu einem stark ansteigenden Verkehrsaufkommen geführt. Die Folge: Die Luft in den Städten wird mehr und mehr verschmutzt, da die meisten motorisierten Fahrzeuge wie überall auf der Welt vornehmlich mit Benzin oder Diesel betrieben werden.

BYD hat mit Green City Solution ein Konzept erarbeitet, das die Metropolen im Reich der Mitte aufatmen lassen könnte. Denn sie werden damit jede Menge CO2 und Geld einsparen können. Dabei sieht das Konzept vor, die zahlreichen mit Diesel und Benzin betriebenen Busse und Taxis des städtischen Nahverkehrs gegen rein elektrisch betriebene Fahrzeuge von BYD auszutauschen. Landesweit geht es um ca. 1,2 Mio. Taxis und 500.000 Busse.

Allerdings geht es dabei eben nicht nur um den Austausch von Bussen und Taxis. Die Vision von BYD greift viel weiter: Mittels Solar- und Windenergie und eigener Energiespeicher-Technologie will man weiterhin dafür sorgen, dass die elektrisch betriebenen Busse (BYD K9) und Taxis (BYD e6) auch mit grünem Strom versorgt werden.

Dass das Konzept im Kern aufgeht, hat BYD am Beispiel der Millionen-Metropole Shenzhen unlängst bewiesen. Shenzhen wurde kürzlich in der Kategorie „Urban Transportation“ mit dem C40 & Siemens City Climate Leadership Award ausgezeichnet. BYD lieferte der Stadt seit 2009 über 800 E-Busse und 850 E-Taxis. Auch in anderen Städten, unter anderem in Xi'an, Nanjing, Changsha, Tianjin und Hong Kong, fahren bereits E-Taxis und E-Busse von BYD. Der bisher größte Auftrag wurde dabei im Mai dieses Jahres bekannt gegeben: Die Stadt Hangzhou bestellte 2.000 E-Busse des Typs K9 und 1.000 Taxis vom SUV-Modell e6.

Unterm Strich könnte es zu einem wahren Boom von E-Fahrzeugen im Bereich des Nahverkehrs kommen. Da BYD die volle Unterstützung der chinesischen Regierung genießt, stehen die Chancen gut, dass viele andere Städte nun dem Beispiel von Shenzhen, Hangzhou etc. folgen. Die Anreize sind zumindest geschaffen und die Fahrzeuge bewähren sich ganz offensichtlich, wenngleich es noch Verbesserungsbedarf in Bezug auf Ladezeiten und Laufleistung der Batterien gibt.

BYD will seine E-Busse und E-Taxis aber nicht nur in China an den Mann bringen, sondern diese auch weltweit zu einem Verkaufsschlager machen. So verliefen mehrere Tests mit E-Bussen von BYD in verschiedenen brasilianischen Städten wie Sao Paulo, Rio de Janeiro, Campinas oder Salvador positiv und scheinen somit auch in Lateinamerika auf Interesse zu stoßen.

Passend dazu gab man Mitte dieses Jahres seitens BYD bekannt, dass man in Campinas (Region Sao Paulo/Brasilien) ein neues Werk errichten will, in dem ab 2015 bereits bis zu 1.000 E-Busse gebaut werden sollen. Außerdem will BYD dort die ersten wiederverwertbaren Eisenphosphat-Batteriepacks und eventuell auch Photovoltaik-Module sowie Energiespeicher produzieren.

Förderung von E-Autos bringt BYD in Fahrt

Neben dem ganzheitlichen Konzept Green City Solution zeigen sich für BYD in China vor allem auch in Hinsicht auf den Individualverkehr sehr interessante Perspektiven. Elektro- und Hybridautos könnten in den kommenden Jahren einen nachhaltigen Durchbruch schaffen.

Denn aufgrund der bereits erwähnten Umweltproblematik in den Städten will die Regierung den Kauf von E-Autos durch eine Reihe von Maßnahmen attraktiver machen (Artikel: Chinas Regierung fördert Elektrofahrzeuge). Satte 100 Mrd. Yuan (12,2 Mrd. EUR) soll Peking dafür in die Hand nehmen wollen.

So soll der Kauf eines E-Autos bezuschusst werden. Die genaue Höhe der Zuschüsse ist zwar noch nicht bekannt, aber schon heute werden in einigen Regionen des Landes E-Autos mit rund 60.000 Yuan (7.300 EUR) subventioniert. Ferner entfällt beim Kauf eines E-Autos seit September 2014 bei 113 ausgewählten Modellen die zehnprozentige Mehrwertsteuer.

Bis dato gilt die Befreiung allerdings ausschließlich für in China produzierte Autos. Eine Vorgehensweise, die in China aus anderen Bereichen der Industrie schon bekannt ist und außerhalb des Landes immer wieder stark kritisiert wird. Für BYD ist die protektionistische Haltung der chinesischen Regierung jedoch ein großer Vorteil.

Darüber hinaus sollen die sonst geltenden Zulassungsbeschränkungen entfallen. Außerdem sollen Käufer von Elektro- und Hybridautos kostenlose Nummernschilder erhalten. Weiterhin ist geplant, dass spezielle Parkplätze eingerichtet werden und langfristig an jeder bestehenden Tankstelle die Installation einer Ladestelle für E-Fahrzeuge erfolgt. Gerade letzteres ist auch dringend erforderlich, will man das ambitionierte Ziel aus Peking erfüllen: Bis 2020 sollen demnach 5 Mio. Elektrofahrzeuge auf Chinas Straßen unterwegs sein.

Damit das klappt, will die Regierung selbst auch dazu beitragen, den Anteil an E-Autos zu vergrößern. So soll die Quote von Elektro- und Hybridautos bei der Anschaffung von Neuwagen für den eigenen Fuhrpark bis 2016 auf 30 Prozent ansteigen.

Ob diese Ziele erreicht werden können, bleibt abzuwarten. Sicher erscheint aber, dass BYD von den weitreichenden Maßnahmen der Regierung zukünftig profitieren wird. Vor allem weil das Unternehmen viele Bauteile der E-Autos , insbesondere die Batterien, selbst herstellt und dadurch die eigene Wertschöpfung signifikant optimiert. Nicht ohne Grund hat der deutsche Automobilkonzern Daimler sich BYD als Partner für die Entwicklung und den Bau des E-Autos Denza ausgesucht.

Dieser rollt im Übrigen seit Kurzem vom Band und soll in China neue Maßstäbe setzen. Der Kaufpreis des Denza: 369.000 Yuan (45.700 EUR). Nicht billig, aber Kunden profitieren beim Kauf durch die Zuschüsse von nationalen und lokalen Stellen in Höhe von 120.000 Yuan (14.900 EUR) sowie vom Wegfall der zehnprozentigen Mehrwertsteuer.

Wird die Aktie von BYD ähnlich interessant wie die von Tesla Motors?

In Sachen Elektro-Autos ist die Equity Story von Tesla Motors Inc. (ISIN: US88160R1014) an der Börse seit Anfang letzten Jahres das Nonplusultra. Dabei hat der amerikanische Hersteller aus Palo Alto (Kalifornien) mit dem Model S derzeit lediglich ein Auto auf den Markt gebracht. Erst 2015 soll dann mit dem Model X das zweite in Serienproduktion gehen.

Die dünne Produktpalette hat dem Erfolg der Aktie aber offensichtlich keinen Abbruch getan. Seit Januar 2013 stieg sie an der NASDAQ von 34,70 USD auf nunmehr 242,68 USD (+599%). Schaut man dazu im direkten Vergleich auf die Performance von BYD (ISIN: CNE100000296) an der Hong Kong Stock Exchange, so erscheint das Plus von +125,60% fast schon kümmerlich.

Auf Sicht der letzten drei Jahre liegt die Performance von BYD dann aber immerhin schon bei +298,99%. Und was noch wichtiger ist: Im Gegensatz zu Tesla Motors befindet sich BYD an der Börse somit schon längerfristig in einer Aufwärtsbewegung. Weiteres Plus des chinesischen Players ist, dass man durch die diversen Sparten (E-Autos, Energiespeicher, Solar, LED, IT) breiter aufgestellt ist und im Bereich E-Fahrzeuge bereits mehrere Modelle auf den Markt gebracht hat. Von einer Aufholjagd ist aufgrund der zuvor erwähnten Entwicklungen somit durchaus auszugehen.

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